Glossar › Redemption Gate
Ein Redemption Gate begrenzt, wie viel Geld ein Fonds je Rücknahmetermin insgesamt auszahlt – meist als Prozentsatz des Nettoinventarwerts.
Semi-liquide Fonds investieren in Unternehmen, Kredite, Infrastruktur oder Immobilien, die sich nicht über Nacht verkaufen lassen. Das Gate schützt die Anleger, die investiert bleiben: Wollen an einem Termin mehr Anleger aussteigen, als der Fonds aus seiner Liquidität bedienen kann, muss er nicht unter Druck verkaufen. Übersteigen die Anträge die Grenze, werden alle anteilig gekürzt; der nicht bediente Rest wird je nach Prospekt auf den nächsten Termin vorgetragen oder verfällt und muss neu gestellt werden.
Ein Gate im Prospekt ist noch kein Problem – es ist die Regel für den Fall, dass viele gleichzeitig hinauswollen. Wichtig sind drei Fragen: Worauf bezieht sich die Grenze (Nettoinventarwert oder verfügbare Liquidität), gilt sie je Termin, je Quartal oder je Jahr, und was geschieht mit dem gekürzten Teil? Ob ein Gate tatsächlich ausgelöst wurde, zeigt erst die Geschichte des Fonds.
134 der 139 aktiven Fonds der Datenbank nennen im Prospekt ein beziffertes Gate, 102 davon bezogen auf den Nettoinventarwert. Der Median liegt bei 5 %, die Spanne reicht von 1 % bis 80 %. Tatsächlich beschränken derzeit 6 Fonds die Rücknahme.
Niedrigstes, mittleres und höchstes Gate · Stand 16.10.2026